04.05.2018 - 08:07 Uhr |

Gewandhaus zu Leipzig

Neue Chronik des Gewandhausorchesters

Leipzig, 04.05.2018 (newsropa.de) - Anlässlich des 275. Geburtstages des Gewandhausorchesters erscheint im Altenburger Verlag Klaus-Jürgen Kamprad ein reich bebildertes zweibändiges Werk zur Geschichte des Orchesters. Die beiden Bände lösen die bislang gebräuchliche Chronik ab, die zum 250. Geburtstag im Jahr 1993 erschienen ist. Band 1 der neuen Chronik wird am 16. März 2018, 11 Uhr, im Gewandhaus vorgestellt. Die musikalische Umrahmung übernehmen Camille Gouton, Violine; Tahlia Petrosian, Viola und Gayaneh Khachatryan, Violoncello.

Den Weg von den Anfängen zu Lebzeiten Johann Sebastian Bachs bis zur Gegenwart mit dem 21. Gewandhauskapellmeister Andris Nelsons spürt das zweibändige Werk im Stile einer Chronik nach. Zahlreiche Details, zusammengetragen, erforscht und erzählt von Gewandhausarchivar Claudius Böhm, zeichnen ein differenziertes Gesamtbild der Orchestergeschichte.

Gewandhausdirektor Andreas Schulz, der Autor Claudius Böhm und Verleger Klaus-Jürgen Kamprad stellen am 16. März, 11 Uhr, den ersten Band der neuen Chronik vor, der die Jahre 1743 – 1893 umfasst.

Was geschieht an jenem Montag, dem 11. März 1743?

In einem Leipziger Privathaus kommt erstmals eine neue Konzertgesellschaft zusammen. Die 16 Gründer dieser Gesellschaft zahlen einen hohen Jahresbeitrag. Damit unterscheidet sich das „Leipziger Concert“, wie die 16 ihr Unternehmen nennen, deutlich von den bestehenden studentischen Musiziergemeinschaften, den Collegia musica. Anders als bei diesen hat zudem kein einzelner Musiker die Gesamtleitung inne, sondern rekrutiert aus dem Kreis der zahlenden Mitglieder ein mehrköpfiges außermusikalisches Management. Das ist vollkommen neu für die Handels-, Messe- und Universitätsstadt.

Wer sind die Akteure jenes 11. März 1743?

Die Gründungsversammlung setzt sich aus Adligen und Bürgern zusammen. Die namentlich bekannten Gründer sind junge Männer um die 27. In der 16-köpfigen Kapelle, die bei der ersten Zusammenkunft an jenem Montag musiziert, spielen die Leipziger Stadt- und Kirchenmusiker gemeinsam mit ausgewählten Studenten. Keiner der Beteiligten ahnt, dass er an jenem 11. März 1743 der Geburtsstunde des späterhin weltberühmten Gewandhausorchesters beiwohnt.

Der Autor Claudius Böhm, Jahrgang 1960, ist seit 1991 wissenschaftlicher Mitarbeiter am Gewandhaus zu Leipzig und Leiter des Gewandhausarchivs sowie seit 1992 Redakteur und Autor für das Gewandhausmagazin. Im Verlag Klaus-Jürgen Kamprad sind bereits mehrere von ihm verfasste oder herausgegebene Bücher erschienen, beispielsweise „Johann Adam Hiller. Kapellmeister und Kantor, Komponist und Kritiker“, „Das Gewandhaus-Quartett und die Kammermusik am Leipziger Gewandhaus seit 1808“ und „Mahler in Leipzig“.