24.11.2016 - 09:44 Uhr |

Stiftung Bauhaus Dessau

Dessau baut modern

Grundsteinlegung Bauhaus Museum Dessau

Dessau, 24.11.2016 (newsropa.de) - Ein Jahr nach der Entscheidung des offenen, internationalen Architekturwettbewerbs für das Bauhaus Museum Dessau, den aus über 800 Einreichungen das spanische Büro González Hinz Zabala gewann, findet im Rahmen des Festwochenendes zum 90-jährigen Geburtstag des Bauhausgebäudes am Sonntag, den 4. Dezember 2016 die Grundsteinlegung für das neue Museum statt.

Black Box für die historische Sammlung, offene Bühne für den aktuellen Diskurs

Im Dezember 2015 stand die Entscheidung für den Entwurf des jungen spanischen Architekturbüros González Hinz Zabala aus Barcelona zum neuen Bauhaus Museum Dessau fest. Es hat die Jury mit seinem Konzept des Museums als gläserne Hülle, die im Obergeschoss eine „Black Box“ für die Sammlung und ein offenes Erdgeschoss umfasst, überzeugt.

Das Bauhaus Museum Dessau entsteht anlässlich des 100. Bauhaus-Gründungsjubiläums im Jahr 2019. Es wird gebaut, um die umfangreiche Sammlung der Stiftung Bauhaus Dessau, die mit ihren 40.000 Exponaten die zweitgrößte Bauhaussammlung der Welt ist, erstmals umfassend öffentlich zeigen zu können. Bauherrin ist die Stiftung selbst, vertreten durch die Direktorin, Dr. Claudia Perren. Ein Jahr nach dem Entscheid des Wettbewerbes ist nun die Vor- und Entwurfsplanung fertiggestellt sowie der Bauantrag bei der Stadt Dessau-Roßlau eingereicht.

Frank Assmann, Leiter der Bauabteilung der Stiftung Bauhaus Dessau, ist sehr zufrieden mit den Ergebnissen der Vor- und Entwurfsplanung. Er sagt: „Alles in allem war es ein sehr dichter, interaktiver Planungsprozess, den wir in der Vor- und Entwurfsplanung durchlaufen haben. Mit sehr überzeugenden Ergebnissen. Wir haben das Volumen des Hauses einschließlich der Planung der Nutzflächen optimiert, eine überzeugende Lösung für die Klimatisierung im Zusammenspiel mit der Glasfassade entwickelt und die Materialien im Innenraum an die Funktionen und Programmatik des Museums anpassen können.“

Sammeln, Bewahren und Pflegen, diese musealen Aufgaben werden im Obergeschoss durch die „Black Box“ übernommen, die als hermetischer Raumkörper in der Glashülle schwebt und der Präsentation der Sammlung vorbehalten ist. Ihr Gegenpart ist das transparente Erdgeschoss, dessen Raumkonzept flexibel gestaltbar ist und das als „offene Bühne“ den aktuellen Positionen vielfältige Spielflächen bietet mit dem bewussten Anliegen, bis in den Park und Stadtraum hinein zu wirken.

Claudia Perren, Direktorin der Stiftung Bauhaus Dessau, ist von der dualen Struktur des Museums überzeugt. Sie sagt: „Gemeinsam mit den Architekten ist es uns gelungen, im Prozess die Konzeption des Museums weiter zu verdichten. Der Ansatz von González Hinz Zabala, das Bauhaus Museum Dessau als Zusammenspiel eines hermetischen Raumkörpers und einer offenen Erdgeschossfläche zu denken, erscheint jetzt noch überzeugender. Auch weil das Haus durch die Planungen noch mehr als zuvor einen ästhetischen Werkstattcharakter erhalten hat. Das entspricht nicht nur dem Bauhaus-gedanken, sondern spiegelt auch ganz klar das Selbstverständnis der jungen Architektengeneration wider: weg von der Repräsentation hin zu einem interagierenden Haus mit viel Raum für Experimente. Ich bin überzeugt, dass das Bauhaus Museum Dessau ein sehr lebendiger und offener Ort werden wird.“

Zur Grundsteinlegung am Sonntag, den 4. Dezember 2016, werden die Zuwendungsgeber erwartet. Für das Land Sachsen-Anhalt der Ministerpräsident Dr. Reiner Haseloff und für den Bund Dr. Sigrid Bias-Engels, Gruppenleiterin K 2 bei der Beauftragten der Bundesregierung für Kultur und Medien. Für die Stadt Dessau-Roßlau wird der Oberbürgermeister Peter Kuras im Rahmen des Festaktes der Stiftung Bauhaus Dessau das Grundstück übergeben.