04.12.2015 - 08:40 Uhr |

Thüringer Ministerium für Infrastruktur und Landwirtschaft

Thüringen verleiht Demografiepreise an Kinder und Jugendliche

„Kinder und Jugendliche wollen mitentscheiden – wir wollen sie hören.“

Erfurt, 04.12.2015 (newsropa.de) - Thüringens Ministerin für Infrastruktur und Landwirtschaft, Birgit Keller, zeichnete heute bei der 5. Thüringer Demografiekonferenz im Kinder- und Jugendtheater DIE SCHOTTE in Erfurt die Gewinnerinnen und Gewinner des „Thüringer Zukunftspreis – Sonderpreis Jugend“ aus.

„Ohne das Mitwirken der jungen Generationen kann es keine erfolgreiche, zukunftsorientierte Politik geben“, sagte die Ministerin während der Veranstaltung. „Neben dem breiten Spektrum von Maßnahmen, die zur Anpassung unserer Infrastrukturen an die demografischen Entwicklungen ergreifen zu sind, braucht es manchmal auch nur eine einzige Frage an die junge Generation in unserem Land: „Was wollt ihr und wovon träumt ihr?“. Mit dem „Thüringer Zukunftspreis – Sonderpreis Jugend“ stellen wir diese Frage“, so Keller weiter. „Die Antworten der Kinder und Jugendlichen machen Mut, denn sie haben nicht nur Träume, sie haben eine Zukunft“.

Mit dem „Thüringer Zukunftspreis – Sonderpreis Jugend“ zeichnet das Thüringer Ministerium für Infrastruktur und Landwirtschaft im zweijährigen Rhythmus Projekte, Ideen und Konzepte von Kindern, Jugendlichen und jungen Erwachsenen zwischen 7 und 21 Jahren aus, die sich mit der Zukunft Thüringens vor dem Hintergrund der demografischen Entwicklungen auseinandersetzen. Der Preis wurde in den Altersgruppen „7 bis 13 Jahre" und „14 bis 21 Jahre" an Schulklassen, Jugendvereine, Jugendverbände, Jugendinitiativen sowie Einzelbewerber verliehen und ist mit einem Preisgeld von insgesamt 4.000 Euro dotiert.

In den Bewerbungen zeigte sich: „Die Kinder und Jugendlichen denken den demografischen Wandel bereits mit, wenn sie in die Zukunft blicken – und das frei von Ängsten. Auch deshalb ist es so wichtig, dass wir sie hören, dass wir sie beteiligen, sie mitmachen lassen und ihnen vertrauen“, sagte die Ministerin.

Welche zentrale Rolle das Engagement der Zivilgesellschaft bei der Gestaltung des demografischen Wandels hat, zeigte sich auch bei den Fachvorträgen. Dr. Marie-Luise Streeck vom Bundesministerium des Innern legte dar, welche Erkenntnisse die Bundesregierung hierzu aus dem Dialogprozess zu ihrer Demografiestrategie gezogen hat. Seit 2012 befindet sich der Bund über mehrere Arbeitsgruppen in einem steten Dialog mit den Ländern, Kommunen und der Wirtschaft, Vereinen, Verbänden und Institutionen, um die Demografiestrategie, das Konzept zur Gestaltung der demografischen Herausforderungen in Deutschland, weiterzuentwickeln und umzusetzen.

Lutz Gerlach und Regina Lang vom Mitteldeutschen Rundfunk, Landesfunkhaus Thüringen, machten den Bewerbern und Preisträgern des „Thüringer Zukunftspreises – Sonderpreis Jugend“ Mut, nicht müde zu werden. Sie gewährten einen Einblick in die Praxis des Ehrenamtes und blickten zurück auf mehr als 20 Jahre „Thüringer des Monats“. Den „Thüringer des Monats“ zeichnet der MDR gemeinsam mit der Thüringer Ehrenamtsstiftung auf Vorschlag der Zuschauer und Zuhörer aus.

Die ausgezeichneten Projekte

In der Kategorie „7 bis 13 Jahre“ wurden das Staatliche Gymnasium „J. H. Pestalozzi“ Stadtroda, das Förderzentrum "Am Brahmetal" Gera, die Margaretenschule Mühlhausen und der Verein Spirit of Football e. V. aus Erfurt ausgezeichnet.

Den 1. Platz belegte in dieser Kategorie die Foto-AG des Staatlichen Gymnasiums „J. H. Pestalozzi“ Stadtroda für das Fotoprojekt „Utopie – Eine mögliche Welt von morgen“, bei dem die Schülerinnen und Schüler fotografisch und in Texten festgehalten haben, welche Themen sie heute und in Zukunft bewegen. Der 1. Platz ist mit einem Preisgeld von 1.000 Euro dotiert.

Mit einer Collage unter der Fragestellung „Wie wollen Kinder lernen und mobil sein?“ wurde eine Lerngruppe des Baumhaus-Projektes des Förderzentrums „Am Brahmetal" in Gera mit dem mit 600 Euro dotierten 2. Platz ausgezeichnet.

Die Schülerreporter der 4. Klassen der Margaretenschule Mühlhausen erhielten für ihre Sonderausgabe der Schülerzeitung „News for Kids“ zum Thema „Zukunft“ den dritten Platz, den sie sich mit dem Verein Spirit of Football e. V. aus Erfurt für das Projekt „talentCAMPus - Ein Ball. Meine Heimat“ teilen, bei dem Kinder mit und ohne Migrationshintergrund auf spielerische Weise ihr Miteinander gestalten.

In der Kategorie 14 bis 21 Jahre geht der „Thüringer Zukunftspreis – Sonderpreis Jugend“ in diesem Jahr an die Herrmann-Lietz-Schule Haubinda, den Kreisjugendring Nordhausen e.V., das Wartburg-Radio 96,5 Eisenach und die Staatlichen Regelschule „Juri Gagarin“ Bad Frankenhausen.

„Dorfladen“ lautet der Titel des Projektes der Klasse 8b der Herrmann-Lietz-Schule Haubinda, für das sie den mit 1.000 Euro dotierten 1. Platz in dieser Kategorie erhielt. Die Schüler haben das alte Feuerwehrhaus im Internatsdorf Haubinda durch ihr Engagement wiederbelebt. Dort haben sie einen Dorfladen eröffnet, den sie selbst betreiben und wo sie u. a. auch in der Schule Produziertes verkaufen. Die Schüler haben damit Infrastrukturen für die Dorfgemeinschaft ebenso geschaffen wie einen Kommunikationsort und damit zu Steigerung der Attraktivität Haubindas wesentlich beigetragen.

Identität war auch das zentrale Thema des Zweiplatzierten. Für den Dokumentarfilm „Lost Places“ wurde der Kreisjugendring Nordhausen e.V. mit dem mit 600 Euro dotierten zweiten Platz ausgezeichnet. In dem bei youtube veröffentlichten Film mehrerer Jugendlicher, mit denen der Kreisjugendring zusammenarbeitet, werden verlassene Orte in Wolkramhausen gezeigt und danach gefragt, warum sie verlassen sind und was schließlich mit ihnen geschehen soll.

Den dritten Platz belegte das Wartburg-Radio 96,5 Eisenach für das Hörspiel „Looking for freedom“, in dem junge Radiomacher eine fiktive Zukunft entwerfen, in der Menschen unfrei leben und die neben überspitzten Szenen auch eine Fluchtgeschichte umfasst. Mit ihrer Geschichte wollen die Jugendlichen zum Nachdenken über Freiheit als Wert anregen. Den dritten Platz teilen sie sich mit der Klasse 10b der Staatlichen Regelschule „Juri Gagarin" Bad Frankenhausen. Die Klasse engagiert sich ganz konkret vor Ort. Eine seit mehreren Jahren bestehende Initiative der Schule, das Weihnachtsvorlesen in Kindergärten, hat die Klasse weitergedacht und ausgeweitet. In Seniorenheimen, Grundschulen sowie einer Einrichtung für Autisten werden sie nun auch aktiv sein. Darüber hinaus haben sie weitere Ideen entwickelt, mit denen das Engagement des Einzelnen und der Schule ausgebaut werden kann. Die Drittplatzierten teilen sich das Preisgeld von insgesamt 400 Euro hälftig.