11.10.2018 - 17:35 Uhr |

Initiative "Formate aus Thüringen"/c/o Förderverein Deutscher Kinder

Von Sitcom bis Science-Fiction: Formate aus Thüringen prämiert im sechsten Jahrgang fünf neue Serienideen

Erfurt, 11.10.2018 (newsropa.de) - Die Initiative „Formate aus Thüringen“ zeichnet im sechsten Jahrgang fünf Serienkonzepte für Kinder und Jugendliche aus, die jeweils 15.000 Euro Zuschuss für die Stoffentwicklung sowie ein neunmonatiges Mentoring-Programm erhalten. Der Staatssekretär für Medien und Bevollmächtigte des Freistaats Thüringen beim Bund Malte Krückels gab am 9. Oktober 2018 die prämierten Serienformate des neuen Jahrgangs sowie aktuelle Entwicklungen der Initiative in einer Regierungsmedienkonferenz bekannt. Vom 26. bis 28. September 2018 stellten in Erfurt 14 Produzent*innen und Autor*innen aus Deutschland ihre Ideen einer Fachjury vor. Fünf vielversprechende Konzepte wurden für eine Weiterentwicklung ausgewählt. Bis Juni 2019 werden diese im Rahmen eines Workshop- und Mentoring Programmes ausentwickelt, bevor über eine Projektentwicklungsförderung in Höhe von insgesamt 70.000 Euro entschieden wird. Ferner befindet sich mit „FINDHER“ aktuell die erste Webserie der Initiative in Zusammenarbeit mit MDR Sputnik in Produktion. Eine Ausstrahlung ist noch im Dezember über den MDR SPUTNIK-YouTube-Kanal geplant.

Mittels der Initiative wurden bereits zum sechsten Mal vielfältige Projektideen ausgezeichnet. Deutschlandweit waren insgesamt 28 Konzepte eingegangen: Von interaktiven Webserien und Reportagen bis hin zur Sitcom - der Jahrgang 2018/19 zeichnete sich durch eine große Bandbreite von Genres und kreativen Geschichten aus. Thematisch standen die großen und kleinen Entwicklungsschritte in Kindheit und Jugend sowie gesellschaftliche Veränderungsprozesse oder familiäre Brüche im Fokus.

Bemerkenswert war die große mitteldeutsche Beteiligung, die mit 36 Prozent aller Bewerbungen den größten Anteil seit Start der Initiative verzeichnete. Insgesamt sechs Projektmappen von Thüringer Firmen gingen ein.

Ende September wurden 14 Bewerber nach Erfurt zu einem dreitägigen Workshop eingeladen. Abschließend wählte die zehnköpfige Fachjury aus Medienexperten und Redakteuren fünf Projekte aus, die jeweils 15.000 Euro für eine Weiterentwicklung des Formats erhalten und zusätzlich ein auf das Projekt zugeschnittenes Mentoring-Programm.

Bei den ausgewählten Projekten finden sich unterschiedlichste Formate wieder: Von Sitcom bis Sciene-Fiction. Sie erzählen von Figuren aus Lieblingsvideospielen, die plötzlich in der Realität auftauchen; von menschlichen Siedlungen auf dem Mars; von Abenteuern mit Seeräubern; vom Erwachsenwerden auf dem Dorf und von einer Jugendgruppe Rettungsschwimmer, die dem Verschwinden einer Kameradin auf den Grund gehen.

Die Preisträger der 1. Stufe des Jahrgangs 2018/19 sind:

8 Bit Buddies

von Henning Marquaß

Produktion: Lars Emrich, movieTALE GmbH (Köln)

Sitcom, 52x11min, 7-11 Jahre

Lea (11), eine fantasievolle Laberbacke, und Darvesh (10), ein überbraves Superhirn, verzocken ihre Nachmittage am liebsten gemeinsam, denn sie sind nerdige Außenseiter. Aber nie allein: Denn durch Bastelei an ihrem Controller hat Lea Lord Hack in die Realität geholt. Riesig, Rüstung, Regenbogenaxt – der Ork-Spalter aus ihrem Lieblings-Videospiel. Und bei Darveshs strenger Großfamilie haust seitdem Mr. Yonkers, ein furzendes Tanz-Tapir. Die Bit Buddies sind voll echt und voll chaotisch – Außenseiter-Alltag adé!

Das Marsprojekt

von Martin Duffy nach den Romanen von Andreas Eschbach

Produktion: Henning Windelband, youngfilms GmbH & Co. KG (Hamburg)

Science-Fiction-Serie, 10x45min, ab 13 Jahre

Wir schreiben das Jahr 2086: Auf dem Mars existiert eine kleine menschliche Siedlung. Carl (15), Ariana (13), Ronny (12) und Elinn (11) wurden auf dem Mars geboren und kennen nur das Leben auf dem roten Planeten. Als die Erdregierung die Auflösung der Marskolonie beschließt, müssen die vier um ihre Heimat kämpfen. Dabei machen sie eine Entdeckung, nach der nichts mehr ist wie zuvor – weder die Zukunft, noch die Gegenwart.

Der dunkle See

von Jörn Precht

Produktion: Marko Massinger, East End Film GmbH (Stuttgart)

Miniserie, 6x30min, 10-14 Jahre

„Der dunkle See“ erzählt von einer Jugendgruppe der Wasserwacht am Bleilochstausee, die dem Verschwinden ihrer Vereinskameradin Jule auf den Grund geht. Lena (15), die neue Rettungsschwimmerin am See, recherchiert auf eigene Faust und deckt dabei ein großes Geheimnis auf, das nicht nur sie selbst in große Gefahr bringt. Nur gemeinsam können die sechs Jugendlichen Jules Verbleib klären und wachsen dabei zu einem richtigen Team zusammen…

Der Seeräuber im Badezimmer
von Lars Henning Jung
Produktion: Dennis Siebold, RANDALE FILM GbR (Berlin)
Serie, 8x15min, ab 3 Jahren

Fin, ein schüchterner Junge, hat mit der Trennung seiner Eltern schon genug Probleme, als eines Morgens ein kleines, buntes Plastik-U-Boot aus dem Gully der Badewanne auftaucht. Darauf lebt ein normal großer, erwachsener Seeräuber, der behauptet, in seinem Boot die Rohre der Welt zu befahren. Auf ihren gemeinsamen Abenteuern entdeckt Fin mit Hilfe des Seeräubers große und klitzekleine Wunder, die ihm helfen, nicht nur mit der neuen Familiensituation umzugehen, sondern auch aus seinem Schneckenhaus herauszukommen und die Welt auf eigene Faust zu entdecken.

Die Schwarzfahrer

von Paul Markurt

Produktion: Thomas Vogler und Fagus Pauly, cellulart Filmproduktion GbR (Jena)

Abenteuerserie, 13x25min, 10-12 Jahre

Als Ole (13) die Sommerferien unfreiwillig bei seinem Uropa auf dem Dorf verbringen darf, ist seine Stimmung unterhalb vom Untergeschoss. Doch der Kampf gegen Maik (18) und seine Clique zwingt Ole dazu, Farbe zu bekennen. Zusammen mit seinen neuen Freunden gründet er eine eigene Gang: die Schwarzfahrer. Gemeinsam stellen sich die fünf Jungs nicht nur Maik, sondern auch den Herausforderungen einer Jugend auf dem Dorf. Mit einem uralten Mentor gelingt es ihnen sogar, das Spannungsfeld zwischen Anführern und Mitläufern besser zu verstehen – und vor allem erleben sie den Sommer ihres Lebens!

Die Fachjury bestand aus den Redakteur*innen Tina Kovar (ZDF), Anke Lindemann (MDR), Sabine Scheuring (Nickelodeon), Tina Sicker (KiKA) und Sandra Singer (Sky), den Studienleitern Thomas Hailer und Margret Albers, den Mentoren Paul Schwarz und Stefan Schomerus sowie dem Medienberater für interaktive Medien Joerg Michel (Kids Interactive).

In zwei weiteren Workshops wird auf das Medienverhalten, auf Themen sowie auf Bedürfnisse der Zielgruppe eingegangen, transmediale Aspekte entwickelt und durch die frühzeitige Einbindung von Redakteur*innen der Sender für das junge Publikum eine Entwicklung nahe am Markt gewährleistet. Für die weitere Projektentwicklung erhält das Gewinnerprojekt schlussendlich im Juni 2019 eine Förderung von bis zu 70.000 Euro, die auf mindestens zwei Projekte aufgeteilt werden kann. (Höchstsumme für ein Projekt: 35.000 Euro). Um die Weiterentwicklung des Produktionsstandortes Thüringen zu fördern, sind die Preisgelder an eine Realisierung in Thüringen gebunden.

Web-Serienprojekt „FINDHER“ in Produktion

Aktuell befindet sich mit „FINDHER“ die erste Webserie für junge Erwachsene der Initiative in Zusammenarbeit mit MDR Sputnik in Produktion. „FINDHER“ wurde 2017 durch die Initiative „Formate aus Thüringen“ und die Mitteldeutsche Medienförderung (MDM) gefördert und ist eine Ko-Produktion der Thüringer Firmen Bigchild und Traumhaus Studios zusammen mit dem MDR. Die Dreharbeiten finden in Halle statt, die Postproduktion wird am Medienstandort Thüringen in Erfurt realisiert. Eine Ausstrahlung ist im Dezember über den MDR SPUTNIK-YouTube-Kanal geplant.

Im Mittelpunkt der Serie steht der 29-jährige Tim, der nach einer gescheiterten Beziehung Torschlusspanik bekommt und sich bei einer Dating-App anmeldet. Tim trifft fortan auf die unterschiedlichsten Charaktere und erlebt schräge, lustige und denkwürdige Dates. Die Serie erzählt von den Problemen des Singledaseins der sogenannten „Generation Beziehungsunfähig“. Die Hauptrollen spielen François Goeske („Armans Geheimnis“), Helen Woigk („Das Leben ist nichts für Feiglinge“) und Eugen Bauder („Türkisch für Anfänger“). Die Idee stammt von Kai Schoettle, der mit „FINDHER“ auch sein Regiedebüt gibt.

„Formate aus Thüringen“ wird seit 2013 von der Thüringer Staatskanzlei und der STIFT – Stiftung für Technologie, Innovation und Forschung Thüringen initiiert und finanziert. Die Ausschreibung wird vom Förderverein Deutscher Kinderfilm e.V. mit Sitz in Erfurt organisiert.
Ziel ist es, die Produktion von innovativen, seriellen Formaten für Kinder und Jugendliche am Medienstandort Thüringen zu fördern, die im Fernsehen und/oder auf anderen Plattformen ausgewertet werden können. www.fat-tv.de