18.06.2018 - 08:19 Uhr |

Initiative "Formate aus Thüringen"/c/o Förderverein Deutscher Kinder

Erstmalig drei Serienideen mit insgesamt 70.000 Euro prämiert

Preisträger Formate aus Thüringen

Erfurt, 18.06.2018 (newsropa.de) - Eine Fachjury, bestehend aus fünf Redakteur*innen öffentlich-rechtlicher sowie privater Fernsehsender, entschied am 13. Juni über die Gewinnerprojekte der Produktionsinitiative FORMATE AUS THÜRINGEN. Bei der nunmehr fünften Preisverleihung, die im Rahmen des 26. Deutschen Kinder Medien Festivals Goldener Spatz in Erfurt stattgefunden hat, wurden Preisgelder in der Gesamthöhe von insgesamt 70.000 Euro erstmalig an drei Serienprojekte vergeben. Den Gewinnern „Die Herrin der Ringe“ der Firma Mingamedia Entertainment aus München sowie „Sparkle“ von der ANDERTHALB Medienproduktion aus Berlin sollen mit jeweils 25.000 Euro und „Jette erst recht!“ von IGC Films aus Berlin mit 20.000 Euro die Möglichkeit zur Weiterentwicklung gegeben werden. Ziel der Initiative ist es, die Produktion von innovativen, seriellen Formaten für Kinder und Jugendliche zu am Medienstandort Thüringen zu fördern, die im Fernsehen und/oder auf anderen Plattformen ausgewertet werden können. Die Verwendung der Preisgelder ist daher an eine Umsetzung in Thüringen gebunden.

Die Gewinner von FORMATE AUS THÜRINGEN im Jahrgang 2017/18 sind:

DIE HERRIN DER RINGE (25.000 Euro)
Von Christian Rost I Produktion: Peter Helling, Mingamedia Entertainment GmbH (München)
Webserie, ab 13 Jahren
„Emily ist ein Jahrhunderttalent!“ sagt ihr Trainer. Und auch ihre Eltern und die drei Geschwister stehen voll hinter der Boxerin. Mit 15 Jahren ist Emily bereits deutsche Juniorenmeisterin und EM-Bronzemedaillengewinnerin in ihrer Klasse bis 57 Kilo. In Leinefelde trainiert sie jeden Tag, mit Mädchen, mit Jungs, hauptsächlich mit Jungs... für die nächste Europameisterschaft und für ihr großes Ziel: Olympia 2024!

SPARKLE (25.000 Euro)
Von Ulrike Lehmann und Christina M. Schollerer I Produktion: Matthias Bazyli, ANDERTHALB Medienproduktion GmbH (Berlin)
Jugendserie, 8 x 45min, für junge Erwachsene im Alter von 14-25 Jahre
Fame, Style und Follower: Sparkle (15) hat alles, was ein Social-Media-Star braucht, um so richtig zu strahlen. Doch dann wird es auf einmal dunkel um die Berliner Inluencerin mit iranischen Wurzeln. Sie muss mit ihrer Familie ins Zeugenschutzprogramm. Sparkle verliert alles: ihr Zuhause, ihre Freunde, ihre Identität - analog wie digital. In Weimar muss sie komplett neu anfangen. So begibt sie sich auf eine Reise ins Ungewisse und beginnt zu hinterfragen, wer sie ohne Social-Media, Lebenstraum und Karriere ist – und noch wichtiger: Wer sie sein möchte.

JETTE ERST RECHT! (20.000 Euro)
von Fee Krämer und Linda Kirmse I Produktion: IGC Films GmbH (Berlin)
Miniserie, 8 x 20min, ab 6 Jahre
JETTE ERST RECHT! erzählt vom turbulenten Alltag der 9-jährigen Reporterin JETTE. Mit ihrem besten Freund KONRAD und vielen Fragen im Gepäck sucht sie erst nach einer Frau für ihren Vater und später nach ihrer geliebten Hausratte HERR MANN. Dabei trifft Jette nicht nur auf ein schnippisches Pony und einen philosophischen Trunkenbold. Sie findet vor allem eine neue Familie. Doch damit kommt auch Konkurrenz ins Haus. Die gleichaltrige MAJA scheint mit Jette zunächst ganz und gar nicht kompatibel zu sein.
Fee Krämer war 2012/13 Stipendiatin der Akademie für Kindermedien. Ihr Debüt "JETTE erst recht!" erschien im September 2015 bei Fischer Sauerländer. Das Projekt entstand während der AKM-Kooperation mit dem Boje Verlag. 2016 erschien Band 2.

Überreicht wurden die Preise durch Johannes Blasius (Abteilungsleiter Bundes- und Europa- und internationale Angelegenheiten / Medien; Thüringer Staatskanzlei). Die Fachjury bestand aus den Redakteur*innen Tim Biedert (Nickelodeon), Anke Lindemann (KiKA), Susanne Rieschel (ZDF), Petra Zirkel (SuperRTL) und Claudia DiLena (FUNK). Die Projektleiterin Margret Albers moderierte die Jurysitzung, die Mentor*innen Paul Schwarz und Sarah Winkenstette fungierten als Beisitzer. Im direkten Anschluss an die Preisverleihung wurde der Start des nunmehr sechsten Jahrgangs von FORMATE AUS THÜRINGEN eingeläutet. Mit einer Präsentation zum Bedarf für Kinder- und Jugendprogramme gaben TV-Redakteur*innen wichtige Hinweise und präsentierten Markttrends für interessierte Produzent*innen und Autor*innen aus dem gesamten deutschsprachigen Raum. Diese können vom 18. Juni bis 24. August 2018 ihre Bewerbung für den Jahrgang FORMATE AUS THÜRINGEN 2018/19 einreichen. Hauptbestandteil der Unterlagen bildet ein maximal 10-seitiges Exposé für ein live-action Format. Detaillierte Informationen finden sich online unter www.fat-tv.de.

Die Thüringer Staatskanzlei (TSK) und die Stiftung für Technologie, Innovation und Forschung Thüringen (STIFT) initiieren und finanzieren bereits das sechste Jahr in Folge FORMATE AUS THÜRINGEN. Ihr Bestreben ist die gezielte Förderung und Entwicklung bedarfsgerechter innovativer, serieller Formate für Kinder und Jugendliche, die im Fernsehen und/oder auf anderen Plattformen ausgewertet sowie im Kindermedienland Thüringen angesiedelt werden können. Durch die frühzeitige Einbindung der Redakteur*innen in Form einer Fachjury sowie weiteren Coaches wird eine Entwicklung nahe am Bedarf der Sender und der jungen Zuschauer gewährleistet, was eine zeitnahe Realisierung attraktiver und innovativer Serienformate ermöglichen soll. Zudem dient sie der Stärkung des Produktionsstandortes Thüringen. Für die Stoff- und Projektentwicklung werden Zuschüsse im Wert von bis zu 145.000 Euro vergeben.

Jahresverlauf der Produktionsinitiative FERNSEHEN AUS THÜRINGEN 2017/18
Im September 2017 wurden 15 Bewerber*innen nach Erfurt zu einem Auswahlworkshop eingeladen. Abschließend wählte eine Fachjury fünf Projekte aus, die jeweils 15.000 Euro für eine Weiterentwicklung des Formats und eine auf das Projekt zugeschnittene Einzelbetreuung durch die Mentor*innen Sarah Winkenstette und Paul Schwarz bekommen haben. Zusätzliches Feedback kam von Transmedia-Expertin Alison Norrington aus England sowie weiteren Coaches, wie David Ungureit und Fabian Siegismund. Eine Besichtigung des Studioparks KinderMedienZentrum sowie das gemeinsame Meet&Match mit Thüringer Medienschaffenden sorgten im April-Workshop außerdem für einen kreativen Austausch und für zusätzliche Netzwerkmöglichkeiten.