19.10.2011 - 07:45 Uhr |

IBM Deutschland - Motor Mittelstand

„Der MUT ist wie ein eigenes Kind für uns“

Leipzig, 19.10.2011 (newsropa.de) - Auf dem Mittelständischen Unternehmertag MUT in Leipzig präsentiert IBM gemeinsam mit Geschäftspartnern ihr mittelstandsgerechtes IT-Portfolio. 2011 stehen vor allem die Themen Cloud Computing und Business Analytics im Fokus. newsropa.de hat bei Stephan Wippermann, Vice President Mittelstand & Geschäftspartnerorganisation bei IBM Deutschland, nachgefragt, was sich dahinter verbirgt und wie der Mittelstand von diesen IT-Trends profitieren kann.

Herr Wippermann, der Technologiekonzern IBM feiert 2011 sein hundertjähriges Jubiläum und spielt nach wie vor in der ersten Liga der Branche. Welche Wegmarken sind besonders hervorzuheben?

Prägend für 100 Jahre IBM ist sicherlich, dass es dem Unternehmen immer wieder gelungen ist, mit innovativen Ideen die Datenverarbeitung voranzutreiben und neue Akzente zu setzen. Ob es die Lockkarte, der erste Rechner mit elektromechanischen Relais oder 1956 die erste Festplatte der Welt waren – IBM war stets am Puls der Zeit in Sachen EDV. Als besondere Meilensteine möchte ich hier den PC nennen, der dieses Jahr seinen 30sten Geburtstag feiert und auch IBM Watson, das derzeit als lernendes und intelligentes Computersystem neue Maßstäbe in der IT setzt.

Außer der Technologie sind für uns aber auch wichtige Wegmarken, wie wir uns gesellschaftlich engagieren und wie wir für unsere Kunden einen Mehrwert schaffen. Deshalb haben wir auch seit den 1990er Jahren den Bereich der Dienstleistungen nachhaltig ausgebaut und uns eine ambitionierte Agenda wie Smarter Planet auferlegt. Bei Smarter Planet geht es darum, in einer vernetzten Welt die IT so zu nutzen, dass wir intelligentere Systeme entwickeln können, um Gesundheitswesen, Städteplanung, Umweltschutz oder Energieversorgung zu verbessern. Weitere wichtige Wegmarken sind für uns gesellschaftliche Themen, wie beispielsweise die ehrenamtlichen Tätigkeiten unserer Mitarbeiter, die wir als Unternehmen mit Technologie, Know-how und auch Geldspenden unterstützen.

Seit mehr als 25 Jahren bieten Sie IT-Lösungen an, die speziell auf den Mittelstand zugeschnitten sind. Was ist die besondere Herausforderung für diesen Kundenkreis?

Die besondere Herausforderung ist, dass mittelständische Unternehmen sich einer ähnlich komplexen Geschäftswelt stellen müssen wie Großunternehmen, nur anders dimensioniert. Mit weniger Mitarbeiter, weniger Ressourcen und weniger Budget muss der Mittelstand dem gleichen Wettbewerbs- und Innovationsdruck Stand halten wie die Großen. Deshalb sucht der Mittelstand nach Lösungen, die nicht nur kostengünstig sind, sondern sich zudem leicht installieren und verwalten lassen. Er braucht zudem flexible und zukunftssichere Lösungen, um sich an veränderte Geschäftsanforderungen schnell anzupassen.

Warum sollten Mittelständler auf Ihre Produkte zurückgreifen?

Weil IBM nicht alleine steht, sondern gemeinsam mit weltweit mehr als 100.000 Geschäftspartnern den Mittelstand unterstützt. Es geht dabei primär nicht um Produkte, sondern um komplette Lösungen, die von der Beratung über die Produkte bis hin zu Services reichen. Mit unseren Geschäftspartnern garantieren wir so lokale Nähe und spiegeln gleichzeitig die Heterogenität wider, die den Mittelstand prägt – dies gilt ganz besonders für uns in Deutschland. Unser Lösungsportfolio umfasst deshalb mehr als 100 Angebote aus Hardware, Software, Service und Finanzierung, die wir für jeden Kunden als individuelle Lösung anpassen können.

Traditionell präsentiert sich die IBM auf dem Leipziger Mittelständischen Unternehmertag MUT, was verbindet Sie mit der Leipziger Veranstaltung?

Da wir schon vor sieben Jahren einer der Initiatoren der ersten Veranstaltung waren – damals noch in Chemnitz – ist der MUT für uns wie ein eigenes Kind. Wir sind stolz darauf, wie sich der Charakter der MUT entwickelt hat und heute zu einer überregionalen und branchenübergreifenden Kommunikationsplattform geworden ist. Auf dem MUT trifft sich der Mittelstand mit Vertretern aus unterschiedlichen Branchen, aus der Politik und der Wissenschaft, um sich zu seiner wirtschaftlichen Zukunft auszutauschen und neue Impulse zu entwickelt.

Mit welchen Erwartungen gehen Sie in die 2011-Auflage? Welche Produkte und Dienstleistungen stehen in diesem Jahr im Vordergrund?

Was die Erwartungen angeht, so würde ich mich freuen, wenn die Veranstaltung weiter an Bedeutung gewinnt, sowohl bei den Anbietern als auch bei den Besuchern. Konkret für uns wünsche ich mir, dass wir unsere Kontakte zu mittelständischen Unternehmen in Sachsen und auch deutschlandweit weiter intensivieren können.

Bei Produkten und Dienstleistungen stehen für IBM die Themen Cloud Computing und Business Analytics im Fokus, die wir gemeinsam mit Geschäftspartnern präsentieren. Wir unterstützen beispielsweise beim Thema Cloud den Energiedienstleister SpreeGas aus Brandenburg und zu Business Analytics wird auf dem MUT unser Kunde Rotkäppchen-Mumm Sektkellereien einiges erzählen. Aber auch das Thema Finanzierung ist ein Schwerpunkt für uns. Wir haben vor kurzem verkündet, dass IBM weltweit bis Ende 2012 eine Milliarde US-Dollar in die Finanzierung von mittelstandsgerechten IT-Lösungen investiert. Wie der Mittelstand davon profitieren kann, erfahren die Besucher an unserem MUT-Stand.

Welche Rolle spielt der kleine ostdeutsche Markt, mit wenigen Mittelständlern, überhaupt für den Branchenriesen IBM?

Die wirtschaftliche Dynamik hier in Ostdeutschland geht ja vor allem vom Mittelstand aus, deshalb ist gerade im Mittelstandsumfeld die Region hier spannend. Vor allem junge und innovative Softwareschmieden nehmen Kontakt zu uns oder unseren Geschäftspartnern auf, um in Sachen IT auf dem aktuellsten Stand zu sein. So ist an unserem MUT-Stand beispielsweise futureSAX vertreten, die hier in Sachsen Unternehmensgründern mit ihrem Netzwerk, Seminaren oder auch persönlicher Beratung zur Seite stehen. Darüber hinaus ist Ostdeutschland sowohl geografisch als auch historisch bedingt das Tor nach Osteuropa, von daher spielt der ostdeutsche Markt auch international eine wichtige Rolle – nicht nur für uns!

Welche Chancen und/oder Marktlücken gibt es für die ostdeutschen Mittelständler, welche speziellen IBM Produkte für ihre Bedürfnisse?

Ich sehe da keinen Unterschied zwischen einem ost- oder westdeutschen Mittelständler, denn in einem globalen Markt steht jedem Unternehmen die Welt offen – im wahrsten Sinne des Wortes. Erfolgreich wird immer der sein, der es schafft, „echte“ Innovationen auf den Markt zu bringen. Also Unternehmen, die nicht nur eine gute Idee haben, sondern auch ein Produkt dazu liefern können, das weltweit im Markt bestehen kann. Das ist schwer zu planen. Wir stehen den Mittelständlern zur Seite, wenn es um die IT und Geschäftsprozesse geht.

Nehmen wir beispielsweise das Thema Business Analytics. Mit Business-Analytics-Lösungen werden digitale Daten im eigenen Unternehmen und aus dem Web analysiert und für die Entscheidungsfindungen aufbereitet. So lässt sich früh erkennen, ob beispielsweise eine Idee wirklich neu ist, wie sie sich in Produkte umwandeln lässt und welche Marktchancen dieses Produkt haben könnte. Alle unsere Produkte zielen darauf ab, Prozesse im Unternehmen intelligenter und übersichtlicher zu gestalten und damit auch dem Mittelstand neue Perspektiven eröffnet.

Das Branchenwort des Jahres heißt „Cloud Computing“. Wie stark wird die Wolke die bisherige IT-Welt verändern?

Cloud Computing beschreibt die Art und Weise, wie in Zukunft IT-Leistungen bezogen werden kann, nämlich nach Bedarf. Jedoch fällt Cloud Computing nicht vom Himmel, sondern ist eine evolutionäre Entwicklung. Somit ist die Cloud auch kein völlig neues Modell, sondern die Fortsetzung anderer Konzepte wie etwa Software-as-a-Service oder auch Outsourcing. Verändern wird die Cloud die IT-Welt insofern, dass der bedarfsorientierte Bezug der IT immer mehr zum Standard wird, neben der klassischen IT, die sich Unternehmen kaufen.

Welche Auswirkungen hat das auf die Anwender, die Unternehmer und Mittelständler?

Da die IT aus der Cloud bedarfsorientiert und nicht pauschal bezogen wird, können Anwender sowohl Ressourcen als auch Kosten einsparen. Da ist zum Beispiel der Personalfaktor: Ein mittelständisches Unternehmen beschäftigt in der Regel maximal eine Handvoll IT-Experten, die mit dem Betrieb der vorhandenen IT-Systeme komplett ausgelastet sind. Dementsprechend attraktiv sind Cloud-Computing-Konzepte, mit denen sich eine kostspielige personelle Aufstockung der IT-Abteilung vermeiden lässt. Ich möchte hier betonen, dass die Migration in die Cloud schrittweise entlang der Arbeitsprozesse erfolgen sollte, die je nach Bedarf definiert werden. Zu empfehlen ist hier jedem Unternehmen, dass es hier einen geeigneten Partner zu Rate zieht, der ihn auf dem Weg in die Cloud begleitet.

Wie könnte unsere IT-Welt bei Ihrem nächsten Firmenjubiläum „150 Jahre IBM“ aussehen?

Vielleicht werden Sie oder Ihre Kollegen dann mit einem intelligenten Computer ein Interview über die Zukunft von IBM führen. Unser Computersystem Watson gewinnt ja heute schon in Quizshows gegen die Kandidaten aus Fleisch und Blut. Da könnte er ja schon bald auch Managementverantwortung übernehmen. Nein, nein, Spaß beiseite, so weit wird es wohl nicht kommen. Aber die IT wird sich weiterentwickeln und ich bin davon überzeugt, dass immer mehr intelligente Systeme und Maschinen unser Leben erleichtern werden. So wird es beispielsweise kluge Mailassistenten geben, die einen Teil der E-Mails automatisch beantworten, ohne dass ich mich darum kümmern muss.