21.09.2017 - 08:58 Uhr |

Deutsche Telekom Hochschule für Telekommunikation Leipzig

Vom Kilo- zum Dezibot

Schülerinnen und Schüler der Projektgruppe

Leipzig, 21.09.2017 (newsropa.de) - An der Hochschule für Telekommunikation Leipzig forschen Schülerinnen und Schüler aus Leipziger Gymnasien mit Unterstützung von Partnern an spannenden Projekten aus der Telekommunikation, dem Bereich Automotiv und Robotik im Rahmen der zweijährigen Junior-Ingenieur-Akademie (JIA).

Sieben Schülerinnen und Schüler haben sich im Verlauf des Moduls Robotik im Fachbereich Technische Informatik mit Unterstützung von Prof. Jens Wagner an ein ambitioniertes Thema gewagt.

Warum kann Informatik und Robotik an Schulen nicht praxisorientierter und für alle erlebbarer gestaltet werden, fragten sich die Schüler?
Schnell war klar, der Kauf eines Klassensatzes von handelsüblichen Robotern, wie zum Beispiel der Marke Lego, sprengt das Budget der meisten Schulen.
Damit war die thematische Basis für das Projekt innerhalb der JIA gelegt. "Wir wollten einen kostengünstigen Roboter entwickeln, mit dem im Informatikunterricht alle Schüler selbstständig entsprechende Programmierarbeiten realisieren können.“,erläutert Hans Felix Haupt die Idee zum Projekt.
"Auch die geringe Größe und der spätere Platzbedarf standen neben dem zu erwartenden Preis im Fokus unserer Überlegungen und haben unsere Arbeiten maßgeblich beeinflusst.“ ergänzt Chiara Chantal Fischer.
Nach umfangreichen Recherchen und Vergleichen, an auf dem Markt befindlichen Robotern, stieß die Projektgruppe auf den Kilobot der Havard Universität. Dieser entstand aus einem Wettbewerb zur Entwicklung eines kostengünstigen Roboters für afrikanische Schulen.
Bei der Beurteilung der unterschiedlichen Kriterien, wie Benutzer – und Kinderfreundlichkeit, Programmiersprache, Kosten und Sicherheit stellte sich heraus, dass keiner der betrachteten Roboter den Anforderungen voll entsprach.
Auf der Basis eines von Prof. Jens Wagner entwickelten Prototypen entstand im Verlauf des einsemestrigen Moduls in der HfTL der Dezibot. Dieser ist ein durch Vibration angetriebener Roboter, welcher aus 21 Bauteilen besteht und in C programmiert wurde.
Preislich liegt der Dezibot unter 10 Euro und ermöglicht damit einen Masseneinsatz als Lernobjekt an Schulen ab der Klassenstufe 9.
Für Saskia Uta Dübener und ihre Kommilitonen stand schnell fest: "Neben der praktischen Arbeit im Labor haben wir extrem viele Erfahrungen gesammelt und auch unsere beruflichen Vorstellungen haben sich mehr und mehr dem Bereich der Informatik zugewandt.“

Die Arbeiten am Dezibot sind noch nicht komplett abgeschlossen, so gibt es mittlerweile schon Überlegungen, an weiteren Verbesserungen zu forschen und den Roboter zum Beispiel mit einer Infrarot- und/oder Funkschnittstelle auszustatten oder die Programme zur Fortbewegung zu verfeinern.
"Ich freue mich sehr über den Erfolg der Schülerinnen und Schüler. Hier ist mit viel Fleiß, Wissen, Freude an der wissenschaftlichen Arbeit und Engagement ein hervorragendes Ergebnis entstanden, welches zu Recht als Beitrag auf der Jahrestagung der Gesellschaft für Informatik e.V. vorgestellt wird.“ erklärt Prof. Wagner.

Die Studierendenkonferenz Informatik 2017 findet im Rahmen der 47. Jahrestagung der Gesellschaft für Informatik e.V. vom 28.09.-29.09.2017 in Chemnitz statt. Leitthema in diesem Jahr ist die Digitalisierung als Motor des gesellschaftlichen Wandels.

Die HfTL ist eine durch das Sächsische Staatsministerium für Wissenschaft und Kunst (SMWK) anerkannte private Hochschule in Trägerschaft der HfTL- Trägergesellschaft mbH, eine hundertprozentige Beteiligung der Deutschen Telekom AG.
Die HfTL steht für Lehre und Forschung im Bereich der Informations- und Kommunikationstechnologien und ist die einzige deutsche Hochschule mit diesem Spezialprofil. Aktuell sind rund 1.440 Studierende in den direkten, dualen und berufsbegleitenden Bachelorstudiengängen Informations- und Kommunikationstechnik, Wirtschaftsinformatik, Kommunikations- und Medieninformatik, Angewandte Informatik, sowie in den Masterstudiengängen Wirtschaftsinformatik und Informations- und Kommunikationstechnik immatrikuliert.