08.06.2017 - 08:17 Uhr |

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Trends und Entwicklungen zum Thema Nachhaltigkeit in Unternehmen und Banken

Der Kohle geht "die Kohle" aus: Auch die Finanzbranche hat mittlerweile erkannt, dass nachhaltiges Wirtschaften auf Dauer die bessere und gewinnbringende Alternative ist.

Nachhaltigkeit kostet nur und bringt keinen finanziellen Gewinn

Leipzig, 08.06.2017 (newsropa.de) - "Nachhaltigkeit" kostet ein Unternehmen nur Geld und gehört hauptsächlich in die PR- und Marketingabteilung. Ein Betrieb muss zuallererst Gewinn machen, bevor er sich diesen "Luxus" leisten kann.

Diese Aussage werden wohl immer weniger Firmenchefs unterschreiben. Vielmehr setzt sich in Unternehmen als auch in der Finanzbranche die Erkenntnis durch, dass nachhaltiges Wirtschaften auf Dauer die bessere und gewinnbringendere Alternative gegenüber dem althergebrachten, konventionellen System ist. Schließlich unterstützt auch die Politik verantwortungsvolles Wirtschaften und kann durch zahlreiche Maßnahmen diese voranbringen und bereits vorhandene Ansätze stärken.

Das Klimaschutzabkommen von Paris zeigt erste Erfolge
Auf der 21. UN-Klimakonferenz wurde im Übereinkommen von Paris unter anderem festgelegt, dass "die Finanzmittelflüsse in Einklang gebracht werden mit einem Weg hin zu einer hinsichtlich der Treibhausgase emissionsarmen und gegenüber Klimaänderungen widerstandsfähigen Entwicklung." (Artikel 2.1.c)

Das zeigte Wirkung - direkt nach dem Abkommen sanken die Börsenkurse für fossile Unternehmen, während sich Unternehmen aus dem Bereich der Erneuerbaren Energien über steigende Kurse freuen konnten. Das Abkommen wird zwar erst 2020 in Kraft treten - und dann auch nur, wenn 55% der Nationen bzw. 55% der weltweit größten CO2-Emittenten es ratifiziert haben. Aber es scheint sich abzuzeichnen, dass der Kohle im wahrsten Sinne "die Kohle" ausgeht:

Allein in der letzten Januarwoche 2017 gab es folgende Meldungen, die direkt oder indirekt mit dem Klimaschutzabkommen von Paris zusammenhängen: So kündigte die Deutsche Bank, der wohl größte Finanzierer der Kohleindustrie, an, keine neuen Kredite mehr für Projekte zur Kohleförderung oder zum Bau von Kohlekraftwerken zu vergeben sowie nach und nach bestehende Engagements zu verringern. Damit folgt sie dem Beispiel der Allianz, die bereits im letzten Jahr angekündigt hatte, nicht mehr in Bergbau- und Energieunternehmen zu investieren, die mehr als 30% ihres Umsatzes bzw. ihrer Energieerzeugung aus Kohle generieren. In Irland wiederum wird ein Gesetz auf den Weg gebracht, nach dem der staatliche Strategic Investment Fund kein Geld mehr in fossile Investments stecken soll.
Damit folgt es Norwegen, dessen Pensionsfonds bereits 2015 angekündigt hatte, nicht mehr in Kohlekonzerne zu investieren. Hier war es der gesellschaftliche Druck durch sogenannte Divestmentkampagnen, der die Anleger am Ende reagieren ließ. Schließlich schätzt die Ratingagentur Moody's, dass 2017 Green-Bonds-Anleihen im Wert von 206 Milliarden Dollar vergeben werden - was eine Verdoppelung gegenüber 2016 ist. Mit sogenannten "Green Bonds" werden v.a. technologische Maßnahmen zu mehr Klimaschutz und Emissionsminderungen finanziert. Größter Herausgeber von Green Bonds ist hierbei China, das damit seine Investitionen in mehr Klimaschutz finanziert.